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Schwarze Kirschenblattläuse derzeit auffällig

  • 03.07.2015
  • 10:42 Uhr
  • Ina
  • 2:50 Min
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  • 4881
Schwarze Kirschenblattläuse derzeit auffällig | Kräuter | Verbena

Viele Hobby- und Kleingärtner kennen in diesen Tagen ein Schadbild in ihren Kirschbäumen: Die Blätter kräuseln sich an den Triebspitzen und rollen sich zusammen. „Das ist oft das Ergebnis, wenn sich Schwarze Kirschenblattläuse an den Säften unserer Obstbäume laben“, stellt Joachim Vietinghoff, Abteilungsleiter Pflanzenschutzdienst im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei M-V in Rostock fest. Die etwa 2 mm großen, kugelförmigen Läuse befinden sich auf der Unterseite der Blätter. Durch ihre Saugtätigkeit rollen sich die Blätter zusammen. Im höhlenartigen Blattinneren sind die Läuse so sehr gut vor dem Einfluss von Regen geschützt (verhindert das Abregnen der Läuse).

Ein sicheres Zeichen für den Blattlausbefall sind Ameisen. Sie können die Läuse auf Bäume transportieren und so ebenfalls für deren Verbreitung sorgen. Die Ameisen „melken“ die Blattläuse und regen sie damit zur Abgabe von Honigtau an. Diese zuckerhaltigen Ausscheidungen werden dann von den Ameisen aufgenommen. Sie verkleben außerdem Blätter und Früchte. Auf diesem Honigtau ist die Ansiedlung von Schwärzepilzen (sogenannter Rußtau) möglich, der in Jahren mit starkem Befall zu einer nachhaltigen Verschmutzung der Früchte führen kann. Jungbäume können durch Massenbefall mit den Schädlingen absterben. [inlinetweet prefix=“@KraeuterVerbena-Blog“ tweeter=“@KraeuterVerbena-Blog“ suffix=““]Größere Bäume vertragen einen Blattlausbefall oft recht gut[/inlinetweet], so dass im Garten eine Bekämpfung nicht unbedingt erforderlich ist.

„In der Regel wird eine Kolonie dieser nicht mit Käfern zu verwechselnden Schädlinge erst bemerkt, wenn es zu spät ist und bereits die Triebstauchungen und Blattkräuselungen an den Ästen zu sehen sind“, sagt Claudia Kröpelin, Beraterin für integrierten Pflanzenschutz im Obst- und Gemüsebau im LALLF in Rostock. „In den Monaten Mai und Juni ist es dann kaum noch sinnvoll, die Schwarze Kirschenblattlaus zu bekämpfen“, sagt sie. Denn: Bei der Anwendung von Insektiziden würden auch die vorhandenen Früchte benetzt werden. Derzeit entwickeln sich die natürlichen Gegenspielern der Läuse: wie Marienkäfer, Larven von Schweb- und Florfliegen. Sie fressen dann die Läuse. In Gartenmärkten gibt es verschiedene Präparate zur Bekämpfung: Thiaclopridhaltige Mittel; deren Einsatz wegen der Fruchtstände jetzt nicht mehr empfohlen werden kann!

Schwarze Kirschenblattläuse derzeit auffällig | Kräuter | Verbena

Ölhaltige Bekämpfungsmittel, z. B. Rapsöl zum Abtöten durch Ersticken der Eier, sollten möglichst vor der Blütezeit eingesetzt werden, da sie die Blüten beschädigen können. „Jetzt lässt man am besten der Natur ihren Lauf: die Marienkäfer und benannten Fliegenarten werden viele Läuse fressen“, rät Kröpelin. „Inspizieren Sie im nächsten Frühjahr die Knospen und ersten Blätter der Kirschzweige. Wenn dort Insekteneier zu sehen sind, leiten Sie eine der benannten Maßnahmen ein.“

Hintergrund
Die Schwarze Süßkirschenblattlaus und die Schwarze Sauerkirschenblattlaus gehören zu der Familie der Röhrenblattläuse und können beide Süß- und Sauerkirschbäume befallen! Der Einfachheit halber fasst man sie zur „Schwarzen Kirschenlaus“ zusammen. Im Frühjahr schlüpfen die Larven aus den in den Bäumen überwinternden Eiern, begeben sich auf die Triebspitzen der Kirschbäume und siedeln sich dort auf der Blattunterseite an. Aus den Larven entstehen nur ungeflügelte Weibchen, die sich ungeschlechtlich fortpflanzen. Ab Juli/August wandern die Läuse auf krautige Pflanzen ab. Die befallenen Blätter der Kirschbäume verfärben sich bis zum Sommer/Spätsommer braun und fallen dann vorzeitig ab, was dem Baumwuchs schadet.

[Text: Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern | Bild(er): Francok35 & Potztausend pixabay]

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